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Projektpartner
Österreich:
Deutschland
- Bayern:
Italien
- Südtirol:
Ziele
Ziel
des Projektes EGAR ist eine einfache Beurteilung von Wildbach- und Lawineneinzugsgebieten
anhand von Schlüsselparametern. In enger Zusammenarbeit mehrerer Fachbereiche
des Landes Tirol, der Republik Österreich sowie Internationaler Partner
wird auf regionaler Ebene (Maßstab 1:20.000) versucht, Risikogebiete
herauszufiltern und Konfliktpotentiale mit Raumnutzungen darzustellen.
Zusammenfassung
Der umfassende
Projektbericht behandelt folgende Schwerpunkte:
Methoden-
und Modellentwicklung zur raschen und aussagekräftigen Beurteilung
von Einzugsgebieten
Mit dem in enger transnationaler Zusammenarbeit entwickelte methodische
Ansatz liegt nun ein Planungsinstrument vor, welches erstmalig eine Operationalisierung
und Abstimmung der Kriterien und Methoden auf Basis einer integrierten
(fachübergreifenden) Zusammenschau auf regionaler und transnationaler
Ebene ermöglicht. Damit liegt nun für das Projektgebiet eine
integrierte, fachübergreifende regionale Planung zur Beurteilung
des Naturgefahren- und Nutzungspotenzial als Entscheidungsgrundlage zur
Dringlichkeitsreihung für lokale Detailplanungen und Konfliktregelungen
vor.
Informationssystem
Mit dem Einsatz des GIS (sowohl in Bayern als auch in Tirol) konnte auf
wesentliche Datenbestände zurückgegriffen werden, bzw. Datenformate,
Schnittstellen, Darstellungsmöglichkeiten, Kartenblattschnitt etc.
sind somit auch für die Projektpartner nachvollziehbar festgelegt
und für alle durchgeführten Zusatzerhebungen Vorgabe.
Sämtliche aufgebauten räumlichen Datenbestände sowie die
modellmäßige Umsetzung und die Ergebnisdaten werden im Tiroler
Rauminfomationssystem (TIRIS) bzw. über die Fachdienststellen verfügbar
sein. Gleichzeitig ist auch die Aktualisierung der Datenbestände
(Weiterführung) damit vorgegeben. Ebenso stellt TIRIS definierte
Ergebnisse über Internet zur Verfügung.
Weiters wurde für das Projektgebiet eine umfassende Datenbank über
vorhanden Literatur, Gutachten, Datenbestände etc. aufgebaut (über
800 Einträge), die ebenfalls allen Dienststellen und Behörden
zur Verfügung steht.
Projektimplementierung
Mit der flächendeckenden Erarbeitung der konkreten Planungsunterlagen
für die Darstellung und Beurteilung von Naturgefahren- und Nutzungspotential
und der daraus resultierenden Vorgangsweise wurden die methodischen Elemente
im Zillertal (als Beispiel für ein aktuelles und im Alpenraum vergleichbares
Projektgebiet) umgesetzt.
Darstellung
der Konfliktfelder
Erstmals in Tirol gibt es auf regionaler Ebene eine flächendeckende
Darstellung der "Brennpunkte" von Konflikten und Handlungsbedarf
(Prioritätsflächen), welche künftig die Grundlage für
sämtliche raumrelevanten Planungen bildet.
Dringlichkeitsreihung
Durch die Gegenüberstellungen der bewerteten und gereihten Naturgefahrenpotenziale
mit dem ebenfalls vergleichbar bewerteten Nutzungspotenzialen leitet sich
eine kombinierte Reihung der Zielgebiete für die weitere Detailplanung
ab.
Neben dieser Dringlichkeitsreihung der Detailplanung liegt als weiterer
Vorteil am Ende dieser Bearbeitung die Möglichkeit der Überblicksplanung
von Zielgebieten für Nutzungseingriffe auch außerhalb des raumrelevanten
Bereiches vor, da die übergeordneten Naturgefahrenpotenziale mit
den Nutzungspotenzialen erfasst und dargestellt sind. Aufgrund der Gegenüberstellung
von Naturgefahrenpotenzialen und Landbedeckung kann in einer ersten Analyse
ein generelles Konzept für die weiteren Planungsabläufe entwickelt
werden.
Gerlosbach:
detaillierte Problemlösung im größeren Bearbeitungsmaßstab
Die Verfügbarkeit der regionalen Planungseben ermöglicht ein
gezielteres Bearbeiten der Problemgebiete und eine bewußte "Vernachlässigung"
von Bereichen, in den im Zuge der regionalen Planung kein naturräumliches
Gefährdungspotenzial erkannt wurde. Dies wurde am Beispiel des Gefahrenzonenplanes
Gerlos gezeigt, wo eine Verschneidung des Gefahrenpotenzials mit dem Nutzungspotenzial
eine deutliche Priorität z.B. des Riederbaches gegenüber den
Schönachbach zeigt. Demgemäß werden die öfentlichen
Ressourcen eingesetzt. Für die Bearbeitung selbst konnte gegenüber
der herkömmlichen Bearbeitung ein signifikanter Zeitgewinn bei wesentlich
verbesserter Planungsqualität erreicht werden!
Parallel zu den einzelnen Projektaktivitäten liefen ständig
Maßnahmen im Sinne einer breiteren Öffentlichkeitswirkung in
Form von Projekt-Präsentationen und Vorträgen auf landes-
und Bundeseben mit. Neben der Präsentation des Projektes im Rahmen
einer Interreg-Veranstaltung in Wien (1999), gab es mehrere Informationsveranstaltungen
im Projektgebiet, um der Öffentlichkeit, aber insbesondere der
regionalen und lokalen Verwaltung das Projekt näher zu bringen.
Mit einem mehrsprachigen Projekt-Folder (Auflage 5000 Stück)
wurde versucht, weitere Interessenten anzusprechen, bzw. den beteiligten
Dienststellen eine Informationsgrundlage für die Öffentlichkeit
zu geben.
Den Schwerpunkt der Ergbnisverbreitung bildeten zwei große Informationsveranstaltungen
im Mai (9.5. in Mayrhofen, 28.-30.5.2001 in Alpbach), bei welchen
die Projektergebnisse einem transnationalen (Fach-)Publikum vorgestellt
und diskutiert wurden.
Über die homepage des Landes Tirol (www.tirol.gv.at/themen/umwelt/wald/schutzwald/egar)
steht über Internet ein umfassendes Informationsangebot über
EGAR zur Verfügung.
Gegenüberstellung
geplanter und tatsächlich durchgeführter Aktivitäten
Der Ablauf
der tatsächlichen Aktivitäten entspricht im wesentlichen den
im Projektantrag angeführten Aktivitäten. Kleinere Abweichungen
betrafen einerseits die Vorgangsweise bei der methodischen Entwicklung
bzw. den zeitlichen Ablauf, die erwarteten Ergebnisse wurde erreicht.
Im Einzelnen
betraf dies folgende Punkte:
- Die detaillierte
Beschreibung des Vorgehensmodells erforderte eine umfassendere Diskussionsphase,
da vom ursprüglichen Ansatz über Leitparameter abgegangen
und ein Ansatz entwickelt wurde, mit den vorhandenen Daten so weit wie
möglich auszukommen.
- Eine getrennte
Bewertung von Nutzungs- und Naturgefahrenpotenzial zeigte sich nicht
als zielführend, da das Naturgefahrenpotenzial wesentlichen Einfluss
auf das Nutzungspotenzial hat.
- Für
die umgehende Anwendung des entwickelten Ansatzes ist neben der Erstellung
eines umfasssenden Endberichtes die Zusammenstellung einer praxiorientierten
Kurzfassung von großer Bedeutung. Dieses zeigt mit graphischer
Unterstützung die einzelnen Bewertungsschritte auf und gibt Hinweise
für einen effizienten Einsatz.
- Bedingt
durch wetterabhängigen Kartierungsarbeiten und aktuelle Ereignisse
(z.B. Felssturz an Eiblschrofen) ergaben sich sich Verzögerungen
bei Erhebungsarbeiten. Durch das Vorziehen von Aktivitäten zur
Modellerstellung und bereits teilweiser Implemetierung einzelner Themen
im Projektgebiet konnte der zeitliche Ablauf in seiner Gesamtheit eingehalten
werden.
Begründung
allfälliger Abweichungen
Die Modellbeschreibung
erforderte intensiven zeitlichen Aufwand, da da die Vorgaben für
das anschließende Bewertungsmodell entsprechend berücksichtigt
werden mussten. Auch zeigte es sich bei der Umsetzung im Projektgebiet,
dass verschiedene Annahmen auf Grund der in der Natur vorliegenden Gegebenheiten
überdacht werden mussten. Die Abhängigkeiten des Nutzungspotentials
vom Naturgefahrenpotential wurden anfangs nicht richtig eingeschätzt
und erforderte eine intensive Analyse.
Bei der öffentlichen Vorstellung und Diskussion der Ergebnisse wurde
insbesondere von der Praxisseite eine schnelle und unkomplizierte Umsetzung
eingefordert.
Kritische
Einschätzung des Projektsverlaufes
Der Projektverlauf
war von Anfang an gekennzeichnet durch eine sehr konstruktive fachübergreifende
Zusammenarbeit, auch im transnationalen Bereich. Durch einen entsprechenden
Informationsaustausch konnte auch von Beginn an die Mitarbeit und Akzeptanz
der öffentlichen Vertreter der Region (Bezirkshauptmann, Bürgermeister)
erreicht werden. Dennoch war für das Projektteam bei der Präsentation
der Ergbnisse in der Region überraschend, dass die Forderung nach
einer nachhaltigen Umsetzung im Mittelpunkt stand. Die erarbeiteten Ergebnisse
schafften eine wesentlich größere Akzeptanz bei den Bürgern
und den Stellen der öffentlichen Verwaltung.
Erfahrungen
mit der transnationalen Kooperationsstruktur
Projektorganisation
Die Integration der transnationalen Projektpartner in das Projektteam
bzw. in die einzelnen Arbeitsgruppen funktionierte klaglos - teilweise
bedingt durch die gemeinsame Sprache, aber auch bedingt durch die bereits
vorhanden fachlichen Kontakte. Zudem gab es eine umfassende Unterstützung
durch die jeweiligen Dienststellen. Je eine Arbeitssitzung (mit umfassender
Präsentation) fand in Südtirol bzw. München statt, die
meisten in Innsbruck bzw. Salzburg und Wien. Als Arbeitssprache wurde
Deutsch festgelegt, das Berichtswesen an die EU erfolgt in englischer
Sprache.
Inhaltliche
Zusammenarbeit
Die gesamte Projektbearbeitung war gekennzeichnet durch eine intensive
und überaus konstruktive Zusammenarbeit der Projektpartner. Die in
Deutschland (Bayern) insbesondere im größeren Bearbeitungsmaßstab
erarbeiteten Erfahrungen sowie die dort entwickelten Instrumente (z.B.
Gefahrenhinweiskarte) werden methodisch eingebracht, um unter Berücksichtigung
der österreichischen Erkenntnisse ein "Bindeglied" zu den
integralen Wildbachschutz- und Lawinenschutzkonzepten zu finden. Damit
ergänzen sich die beiden methodischen Ansätze. Ebenso konnte
bei der Verifikation der Ergenisse auf die vielfältigen Erfahrungen
der bayerischen Kollegen zurückgegriffen werden. Mit dem Einsatz
des GIS (sowohl in Bayern als auch in Tirol bzw. Südtirol) können
nun die Strukturen und Modelle übernommen werden (Synergie-Effekte
und Know-how-transfer), damit steht auch eine wichtige Grundlage für
ein länderübergreifendes Behördennetzwerk (z.B. bei grenzüberschreitenden
Einzugsgebieten).
In Südtirol erfolgt derzeit eine grundsätzliche Umstrukturierung
der Wildbach- und Lawinenverbauung, so dass die insbesondere im Rahmen
dieses Vorhabens erarbeiteten Vorgehensweisen, Grundsatzüberlegungen,
Zusammenarbeit der unterschiedlichen Dienststellen neben den Projektergebnissen
von großem Interesse sind.
Ergebnisumsetzung
Die inhaltliche Diskussion bei den beiden transnationalen Fachveranstaltungen,
bei denen die Ergebnisse von EGAR vorgestellt und diskutiert wurden, zeigten
bereits ein großes Interesse an der flächendeckenden Umsetzung
dieses Ansatzes, diese Gespräch sind bereits angelaufen.
Um künftig eine konsequente Umsetzung und die weitere intensive Zusammenarbeit
der Dienststellen auch über die Grenzen hinweg sicherzustellen, wird
eine "Planungsplattform EGAR" in der Tiroler Landesverwaltung
institutionalisiert und kann damit gleichzeitig als Koordinationsstelle
für ein länderübergreifendes Behördennetzwerk dienen.
Angaben
über geplante weitere Schritte zur Nutzung und Verbreitung der Ergebnisse
Wesentlich
für eine rasche Nutzung der Ergebnisse von EGAR ist eine rasche Verbreitung
der entwickelten Ansätze in den einzelnen Fachbereichen. Dazu wurde
ein "Technologie-Implementierungsplan" (TIP) entwickelt,
der für jede Dienststelle die notwenigen Aktivitäten beschreibt.
Konkret werden
im Modulgebiet Zillertal die Ergebnisse, welche nun erstamals auf regionaler
Ebene vorhanden sind, als Grundlage für Detailplanungen wie z.B.
Gefahrenzonenplanung und Gutachten herangezogen. Dazu werden u.a.
sämtliche befaßten Gutachter der Bezirkshauptmannschaft auf
die Anwendung von EGAR eingeschult. Über die Gefahrenzonen-planung
werden somit die Ergebnisse nachhaltig in die Ebene der Ortsplanung eingebunden.
Um EGAR systematisch
umzusetzen und diese Entwicklung zu steuern (national, grenzüberschreitend)
wird eine Institutionalisierung der "Planungsplattform EGAR"
in der Tiroler Landesverwaltung durchgeführt. Diese Vorgangsweise
zeigt das große Interesse der öffentlichen Verwaltung an der
Nutzung und Weiterführung der Ergebnisse. Das betrifft nich tnur
die Bundes- und Landesverwaltung, sondern insbesondere auch die Gemeinden.
Konkrete Überlegungen, den entwickelten Ansatz flächendeckend
umzusetzen, gibt es in Nordtirol, Bayern und Südtirol.
Das für
den Themenbereich Wasserwirtschaft erarbeitete "Strategie-Papier"
stellt erstmals in Österreich eine gemeinsame und abgestimmte Vorgangsweise
mehrerer Fachbereiche in den Mittelpunkt, welche die künftige Zusammenarbeit
wesentlich unterstützt.
Um allen
Interessenten den Zugang zu Ergebnisse von EGAR zur Verfügung zustellen,
wird über TIRIS ein entsprechender Internetzugriff eingerichtet
werden. Eine Reihe von geplanten Veröffentlichungen wird nicht
nur in Fachkreisen die Ergebnisse verbreiten, sondern auch verstärkt
die Bürger informieren.
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